Sie befinden sich hier: | Aktuelles


alle Beiträge anzeigen | neue Suche
Aktuelles vom 16.10.2017
 

Eine pflanzliche Ernährung trägt zur weltweiten Nahrungsmittelgerechtigkeit bei

Am 16. Oktober ist Welternährungstag

Weltweit leiden rund 800 Millionen Menschen an Hunger oder sind unterernährt. Das sind fast 11 Prozent der Weltbevölkerung. Durch den massenhaften Verzehr von Fleisch und anderen tierischen Produkten gehen Nahrungsmittel einen verschwenderischen Umweg über die 'Nutztiere'. Nur etwa 10 Prozent der Proteine und Kalorien, die an das Tier verfüttert werden, nehmen Menschen in Form von Fleisch oder anderen tierischen Produkten wieder auf. Dies verringert die Ernährungssicherheit für Millionen von Menschen aus dem globalen Süden. Mehr als 50 Prozent der Flächen zur Deckung des europäischen Bedarfs an land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnissen liegen außerhalb Europas. Diese Landflächen werden für den Futtermittelanbau und somit den Tierkonsum in wohlhabenden Ländern genutzt. "Wir sind an einem Wendepunkt angelangt, an dem wir unsere Nahrungsmittelpolitik ändern müssen, um eine gerechtere Welt für alle zu schaffen und Hungersnöten und verheerenden Umweltschäden entgegenzuwirken", sagt Sebastian Joy, ProVeg-Geschäftsführung. "Um sicherzustellen, dass alle Menschen Zugang zu ausreichenden, sicheren und nährstoffreichen Lebensmitteln haben, müssen wir unseren Konsum tierischer Lebensmittel verringern. Allein durch den Umstieg auf eine vegetarische Ernährung können bis zu 7,5 Billionen Menschen ernährt und der Welthunger beendet werden. Jeder kann einen Beitrag zu einer gerechteren Lebensmittelverteilung leisten, indem er seine Ernährung schrittweise pflanzlicher gestaltet", so Joy.

Ein Kilogramm Fleisch benötigt 16 Kilogramm Futtermittel
Für die Produktion von einem Kilogramm Fleisch werden bis zu 16 Kilogramm Getreide oder Sojabohnen als Futtermittel benötigt. Auf der Fläche, die man für die Erzeugung eines Kilogramms Fleisch benötigt, könnte man im selben Zeitraum 200 Kilogramm Tomaten oder 160 Kilogramm Kartoffeln ernten. "Rund 50 Prozent der jährlichen weltweiten Getreideernte und 90 Prozent der jährlichen globalen Sojabohnenernte werden an sogenannte 'Nutztiere' verfüttert. Würden weniger Futtermittel für die tierische Produktion angebaut werden, müssten weltweit viel weniger Menschen Hunger leiden", erklärt Joy.

Klimaauswirkungen tierischer Lebensmittel
Die Tierhaltung ist Hauptverursacher klimarelevanter Emissionen in der Landwirtschaft. Global gesehen ist sie laut FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, für 14,5 Prozent der durch Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Damit emittiert die Tierhaltung mehr als der gesamte Transportsektor. "Das Thema Klimawandel wird von Politik und Medien immer noch unterschätzt. ProVeg arbeitet daran, die Klimaauswirkungen der Ernährungsweise auf die politische Agenda zu bringen", so Joy. Anlässlich der diesjährigen Weltklimakonferenz COP 23 in Bonn fordert ProVeg von der aktuellen und künftigen Bundesregierung, das Thema in der Ausgestaltung des deutschen Klimaschutzplans zu berücksichtigen.

Fünf gute Gründe für eine pflanzliche Ernährung
Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine pflanzliche Lebensweise, denn sie erkennen die Vorteile für die Tiere, die Umwelt, die eigene Gesundheit und die weltweite Hungerproblematik. Aktuell geht ProVeg von rund 8 Millionen vegetarisch und 1,3 Millionen vegan lebenden Menschen in Deutschland aus. Eine pflanzliche Lebensweise ist die Lösung für viele der weltweit dringendsten Probleme. ProVeg inspiriert und motiviert Menschen, indem die Organisation die Aufmerksamkeit auf die fünf guten Gründe für einen pflanzenbasierten Lebensstil lenkt: Pro Tiere, Pro Umwelt, Pro Gesundheit, Pro Gerechtigkeit und Pro Genuss.


Weitere Informationen sowie die ProVeg-Petition anlässlich der diesjährigen Weltklimakonferenz COP 23 finden Sie unter folgendem Link:
https://vebu.de/cop23-petition/

ProVeg (ehemals VEBU) ist die weltweit erste international tätige Ernährungsorganisation, die sich für die pflanzliche Lebensweise einsetzt. ProVeg verfolgt das Ziel, den weltweiten Tierkonsum bis 2040 um 50 Prozent zu verringern. ProVeg richtet sich an alle, die an einer pflanzlichen Lebensweise interessiert sind. Mit internationalen Kampagnen und Projekten sowie nützlichen Tipps unterstützt ProVeg bei der Umsetzung einer genussvollen pflanzlichen Ernährung. ProVeg arbeitet mit den wichtigsten Akteuren und einflussreichsten Multiplikatoren aus Politik, Wirtschaft und Medien zusammen, um den gesellschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigen Lebensweise zu beschleunigen. Animal Charity Evaluators bewertet ProVeg als eine der drei effektivsten und förderungswürdigsten Organisationen gegen Tierleid in Europa.

Der VEBU wird zu ProVeg. Weitere Informationen zur Umstellung finden Sie hier:
https://vebu.de/proveg-faq


Pressemitteilung von ProVeg, 13. Oktober 2017

Bildquelle: Pixabay