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Aktuelles vom 14.02.2018
 

Billigfleischbremse in Bremen beschlossen!

Aktionsplan zur Ökologisierung der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung ist gut für Tier, Mensch und Umwelt

Das Agrarpolitische Bündnis Bremen (ABB) begrüßt, dass der Bremer Senat am 06. Februar 2018 endlich den Aktionsplan 2025 "Gesunde Ernährung in der Gemeinschaftsverpflegung der Stadtgemeinde Bremen" beschlossen hat und damit eine Ernährungswende in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung eingeleitet wird. Bremen ist damit die erste Großstadt in Deutschland, die sich das Ziel gesetzt hat, zukünftig - mittels eines fünfjährigen Aktionsplans - in Kitas und Schulen kein Billigfleisch mehr einzusetzen und schrittweise die Verpflegung auf 100 Prozent Bio-Lebensmittel aus artgerechter Tierhaltung und der ökologischen Landwirtschaft umzustellen. In kommunalen Krankenhäuser sollen bis 2024 zwanzig Prozent der Lebensmittel "Bio" sein und in Kantinen soll es ein Bio-Modellprojekt geben. Ein wichtiger Baustein des Aktionsplans ist nach Ansicht des ABB auch die dort enthaltene Verpflichtung, dass noch in diesem Jahr die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Kitas, Schulen, Kantinen und Krankenhäuser verbindlich werden sollen.

"Wenn mit dem heute beschlossenen Aktionsplan auch nicht alle unsere Wünsche in Erfüllung gegangen sind, so freuen wir uns, dass sich der rot-grüne Senat dazu durchgerungen hat, eine Billigfleischbremse zu beschließen und in öffentlichen Kitas und Schulen bis 2022 nur noch Lebensmittel aus der klimafreundlichen ökologischen Landwirtschaft einzusetzen", so Peter Bargfrede, Sprecher vom Agrarpolitischen Bündnis Bremen (ABB) und Vertrauensperson des Bürgerantrags "Kein Billigfleisch in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung", durch den die öffentliche und parlamentarische Diskussion 2015 auf den Weg gebracht wurde.

"Insbesondere sind wir froh darüber, dass zukünftig auch in sozial benachteiligten Stadtteilen alle Kinder in öffentlichen Bremer Kitas und Schulen eine gesündere und ökologischere Verpflegung erhalten sollen - ohne dass die Eltern Mehrkosten zu tragen hätten", so Monika Baalmann vom Verein SozialÖkologie (Mitglied im ABB), der im letzten Jahr ein vielbeachtetes Bio-Modellprojekt in drei Bremer Kitas durchgeführt hatte. "Bremen übernimmt damit als Großverbraucher Verantwortung für eine gesunde Ernährung der Kinder und eine umweltfreundliche Landwirtschaft, die das Trinkwasser vor zu hohen Nitrat-Belastungen schützt, die biologische Vielfalt fördert und zum Klimaschutz beiträgt", so Monika Baalmann weiter.

"Wir freuen uns auch darüber, dass letztlich der Bürgerwille doch nicht ignoriert wurde und sehen dies als Ermutigung für andere Initiativen, mit Hilfe des Bürgerantrags politische Prozesse in der Bremischen Bürgerschaft anzustoßen, die sonst nicht stattfinden würden", so der Sprecher des ABB. Der Bürgerantrag wurde 2015 vom Agrarpolitischen Bündnis Bremen initiiert und von 5.383 Bremerinnen und Bremer unterzeichnet. Im Januar 2016 wurde der Bürgerantrag in der Stadtbürgerschaft diskutiert und zur Beratung in die zuständigen Deputationen verwiesen. Am 20. September 2016 beschloss dann die Stadtbürgerschaft, dass der Senat innerhalb eines Jahres einen mehrstufigen Aktionsplan zur Ökologisierung der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung vorzustellen habe.

Nicht sehr glücklich ist das ABB über die geringe Bio-Quote in den kommunalen Krankenhäusern. "Aber es ist ein Anfang gemacht und wir hoffen auch, dass der Verzicht auf Billigfleisch in den Krankenhäusern schneller als geplant erfolgt. Ist doch der Einsatz von Fleisch aus der Massentierhaltung in der Krankenhausverpflegung nicht nur aus Tierschutzgründen abzulehnen, sondern auch aus medizinischen Erwägungen heraus, da gefährliche Antibiotikaresistenzen auch durch Billigfleischverzehr entstehen können", so Peter Bargfrede.

Pressemitteilung vom Verein SozialÖkologie e.V. vom 06.02.2018

www.verein-sozialoekologie.de

Foto: www.pixabay.com