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Biowissen vom 28.06.2016
 

Thema des Monats: Nachhaltig grillen

Wissenswertes für einen ökologisch-verträglichen Grillabend

Warme Sommerabende laden zum Grillen ein. Durch Parks und Gärten weht der verlockende Duft von glühender Grillkohle, frisch gegrilltem Gemüse und Fleisch. Für strahlenden Sonnenschein und warme Temperaturen gibt es jedoch keine Garantie, daher muss oft spontan Kohle, Anzünder und etwas Leckeres für den Grill her. Auf die Schnelle bleibt dann wenig Zeit, sich über Herkunft oder Herstellung der Produkte Gedanken zu machen. Wer sich vorab informieren möchte, findet hier Wissenswertes für einen ökologisch-verträglichen Grillabend.

Grillkohle
Die Planung eines nachhaltigen Grillabends fängt bereits bei der Wahl von Grillkohle, Briketts und Grillanzünder an. Die Vorstellung, dass von 300.000 Tonnen Grillkohle, die jährlich in Deutschland verkauft werden, 200.000 Tonnen aus tropischen Regenwäldern kommen, regt zum Nachdenken an.

Leider ist selbst die Aufschrift "made in Germany" oft kein Garant für Holzkohle aus heimischer Produktion, denn dabei handelt es sich häufig um importierte Ware, die mit heimischen Restabfällen angereichert wurde. Es ist also schwer nachvollziehbar, woher die Holzkohle wirklich kommt. Zur Orientierung dient dann beispielsweise das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC), welches für nachhaltige Forstwirtschaft steht. Eine FSC Zertifizierung lässt jedoch nicht ausschließen, dass die Kohle aus tropischen Wäldern stammt.

Wer gänzlich vermeiden will, dass Gemüse und Würstchen mit Holz aus Übersee gegrillt werden, sollte sich nach heimischer Buchenholz-Grillkohle umsehen. Diese kostet zwar im Einkauf mehr, hat dafür jedoch auch eine dreifache Brenndauer.

Bei einem Sack Kohle mit der Aufschrift Grillkohle oder Grillbrikett, kann Braunkohle enthalten sein . Auch wenn diese Briketts verglichen mit Holzkohle laut Öko-Test 16-mal höhere Anteile von Schwefel enthalten, ist das Grillen mit Grillbriketts gesundheitlich unbedenklich. Dessen ungeachtet sollte aus ökologischer Sicht auf diese Briketts verzichtet werden, denn Braunkohle ist kein nachwachsender Rohstoff, ihr Abbau zerstört Landschaften und belastet die Umwelt.

Wer ganz ohne Holz- oder Braunkohle grillen möchte, kann mit ökologisch produzierten Briketts aus Bambus, Kokosnussschalen oder Olivenkernen anheizen. Diese Alternativen sind besonders nachhaltig, da sie aus Produktionsabfällen gewonnen werden oder im Fall von Bambus schnell wieder nachwachsen. Eine lange Brenndauer und geringe Rauchentwicklung sorgen für noch mehr Entspannung und Genuss beim Grillen. Die Ökogrillbriketts kosten nur ein bis zwei Euro mehr als gewöhnliche Grillkohle und sind in Bio-Supermärkten, Ökoläden und im Internet erhältlich.

Grillanzünder
Für Gesundheit um Umwelt sollte auf Grillanzünder mit chemischen oder synthetischen Zusatzstoffen verzichtet werden. Hier kann ganz einfach auf Kaminanzünder zurückgegriffen werden, die aus in Wachs getränkten, nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Zudem gibt es auch biologisch abbaubaren flüssigen Grillanzünder aus pflanzlichen Rohstoffen. Wer Lust und Zeit hat kann sogar ganz einfach aus einer Eierpappe, Sägespäne und etwas Kerzenwachs selber Grillanzünder herstellen. Hier geht's zur Anleitung.

Was kommt auf den Grill?
Ist der Grill nun nachhaltig befeuert, dann soll auch etwas Gutes aufs Rost. Ein saftiges Steak, ein bunter Gemüsespieß oder ein mariniertes Stück Tofu. Hier hat jeder seine eigenen Vorlieben. Mit frischen Bio-Produkten aus der Region hat man in Punkto Nachhaltigkeit alles richtig gemacht. Erntefrisches Gemüse der Saison ist nicht weit gereist und daher besonders aromatisch und vitaminreich. Zudem verringern kurze Transportwege den CO2 Ausstoß und mit dem Einkauf regionaler Produkte werden lokale Betriebe unterstützt.

Warum Bio?
In der biologischen Landwirtschaft wird ohne chemische Dünger und Pestizide gearbeitet, was einerseits zum Erhalt der Artenvielfalt beiträgt und andererseits unbelastetes, und nährstoffreiches Gemüse hervorbringt. Dasselbe gilt auch für Bio-Fleisch: bei einer artgerechten Tierhaltung nehmen die Tiere nur langsam zu, wodurch das Fleisch aromatisch, zart und saftig wird. Zudem ist Bio-Fleisch Antibiotika frei, häufig weniger fetthaltig und laut einer Studie der Newcastle Universityist der Anteil von Omega-3-Fettsäuren sowie Mineralstoffen und Antioxidanten fast doppelt so hoch wie bei Fleisch aus konventioneller Tierhaltung.

Gilt für den Bio-Betrieb keine Massentierhaltung, so gilt für uns als Konsument, kein Massenkonsum. Ist der Teller voll mit bunten Beilagen, verschiedenen Salaten und Dips, so reicht ein Stück Fleisch aus um satt zu werden.

Gemüse auf dem Grill sorgt nicht nur für Abwechslung, sondern entlastet zudem die Umwelt, denn laut BUND wird für die Erzeugung von einem Kilogramm Rindfleisch beispielsweise 15.000 Liter Wasser benötigt und es werden dabei fast 30 Kilo Kohlendioxid ausgestoßen . Ein guter Grund um den Gemüseanteil auf dem Rost zu erhöhen.

Tolle Variationen heiß vom Rost sind zum Beispiel gegrillte Champignons mit Knoblauchbutter, gegrillter Fetakäse im Mangoldpäckchenoder verschiedenes Gemüse würzig mariniert.

Wer nach einem passenden Bier für den Grillabend sucht ist auf der Internetseite von utopia bestens beraten. Dort werden verschiedene Bio-Biere vorgestellt.


Bildernachweis:
Paul Golla / pixelio.de
lichtkunst.73 / pixelio.de