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Aktuelles vom 30.11.2017
 

Neue EU-Agrarpolitik braucht Schulterschluss zwischen Bauern und Bürgern

Pläne der EU-Kommission bergen Risiken, die alten Fehler fortzusetzten

Einfache Regeln, mehr Flexibilität und Verantwortung der EU-Staaten sollen nach dem Willen der EU-Kommission Eckpunkte für die gemeinsame EU-Agrarpolitik ab 2020 (GAP) sein, und zu mehr Nachhaltigkeit und Unterstützung für die Bauern führen. "Falls der Fokus der GAP laut Agrarkommissar Hogan wie bisher bei der Exportorientierung liegen soll, ist es zweifelhaft, wie das gelingen soll. Die Kommission würde lediglich die Agrarpolitik der vergangenen Jahre fortsetzen, die Umwelt- und Klimaschäden verschärfte und mit dafür sorgte, dass in Deutschland seit 2013 fast 15.000 Höfe für immer schließen mussten", sagt Jan Plagge, Vorstand des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) mit Blick auf die heutige Veröffentlichung.

"Wenn wir Klimakrise, Höfesterben und Artenschwund stoppen wollen, muss die EU-Kommission im kommenden Jahr konkrete und verbindliche Antworten liefern, wie sie mehr Umwelt- und Tierschutz sicherstellen will. Denn ohne konkrete Vorgaben für die Mitgliedsstaaten wird die europäische Landwirtschaft weder umwelt- noch tier- oder klimafreundlicher werden."

Die GAP muss so gestaltet werden, dass von den jährlich etwa 59 Mrd. Euro Agrargeldern nur aktive Landwirte profieren, die sich für Umwelt-, Klima und Tierschutz stark machen. Und nicht Verpächter und Bodenspekulanten, an die aktuell ein beträchtlicher Teil der Agrargelder durchgereicht wird", so Plagge. Der BÖLW-Vorstand erinnert daran, dass sich die Umweltschäden durch die Landwirtschaft im Rahmen der aktuellen GAP weiter verschärften. Das Konzept der EU-Kommission bleibt eine Antwort schuldig, wie sie diesen Entwicklungen entgegen wirken will.

Das BÖLW-Nachhaltigkeitsmodell zeigt, wie ein Übergang hin zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft ohne Brüche gelingen kann. Jan Plagge: "Herzstück der neuen GAP soll das 'Entgeld für Umwelt, Klima, Tier' werden, mit dem Bauern honoriert werden, die Extraleistungen in diesen Bereichen erbringen. Umwelt-, Klima- und Tierschutz rücken damit ins Zentrum der neuen EU-Agrarpolitik." Auch soll das Steuergeld künftig verstärkt für Existenzgründungen oder für junge Landwirte investiert werden.


Pressemitteilung BÖLW, vom 29.11.2017.
Bildquelle: Pixabay