Sie befinden sich hier: | Biowissen


alle Beiträge anzeigen | neue Suche
Biowissen vom 01.10.2009
 

Thema des Monats: Bio-Bier

Schonend gebraut und köstlich im Geschmack

Neben vielen anderen Bio-Produkten erfreut sich auch das Bio-Bier immer größerer Beliebtheit. Bio-Bier zeichnet sich durch eine schonende Brauweise und im Vergleich zu anderen Bieren einer weniger intensiven Filterung aus. Für die Herstellung dürfen nur biologische Rohstoffe verwandt werden.

Bis auf wenige Ausnahmen werden alle Bio-Biere nach dem Reinheitsgebot von 1516 gebraut. Das Reinheitsgebot ist die älteste noch gültige lebensmittelrechtliche Vorschrift weltweit und regelt mittels verschiedener Verordnungen die Zusammensetzung von Bier. Es besagt, dass für die Herstellung nur Hopfen, Malz, Wasser und Hefe verwendet werden dürfen.

Hier stellen wir Ihnen die Brauerei Neumarkter Lammsbräu im Betriebsportrait vor.

Bio-Bier wird auf traditionelle Weise mit aus kontrolliert biologischem Anbau stammendem Getreide gebraut. In Deutschland gibt es - im Gegensatz zur EU - bei den Anbauverbänden genaue Vorschriften für die Herstellung von Bio-Bier. Demnach dürfen nur natürliche Hopfendolden statt Hopfenextrakte dem Bier zugesetzt werden. Bio-Biere werden in filtrierter oder unfiltrierter Form angeboten. Die unfiltrierten Biere sind dabei weniger lange haltbar jedoch intensiver im Geschmack. Das Brauwasser darf nur insoweit verändert werden, als dass es mit Kalkmilch enthärtet wird.

Fast in Vergessenheit geratene Getreidesorten wie Dinkel, Einkorn und Emmer bilden die Grundlage für die so genannten Ur-Biere, die im Geschmack insgesamt etwas vollmundiger sind als die hellen Biere. Auch Hanfbier ist im Sortiment der Bio-Biere enthalten. Neben Hopfen werden hier Hanfblüten für die Herstellung verwandt, was jedoch dem Reinheitsgebot widerspricht und das Hanfbier somit zu einem Bier-Mischgetränk macht.

Weiterführenden Informationen finden Sie in der Broschüre Bio-Handwerkskunst: Bier und Brauwesen.

Ob ein Bier obergärig oder untergärig ist, ist abhängig von der verwendeten Hefe. Sie entscheidet über den Biertyp. Obergäriges Bier wird bei 15 bis 20 Grad Celsius vergärt. Die Hefe schwimmt oben auf.

Obergärige Sorten:
Weizenbier/Weißbier ist kristallklar oder leicht hefetrüb im Handel erhältlich. Der Geschmack ist fruchtig und würzig. Weißbier kann eine helle oder dunkle Färbung haben. Der Weizenmalzanteil beträgt mindestens 50 Prozent, der Rest ist Gerstenmalz.

Altbier ist dunkel-bernsteinfarben.

Kölsch ist hellgelbfarben, hopfenbetont.

Bei untergärigen Bieren lagern sich die Hefen nach dem Hauptgärungsprozess am Boden ab. Die Gärung erfolgt bei 5 bis 10 Grad Celsius.

Untergärige Sorten:
Pils ist das meist getrunkene Bier. Es ist hell-goldfarben, stärker gehopft mit feinsahnigem Schaum. Die Gärung erfolgt bei niedrigen Temperaturen.

Schwarzbier ist sehr dunkel und vollmundig. Es besitzt keine einheitliche Geschmackscharakteristik. Die Gärung erfolgt unter Verwendung dunkler Spezial- und Röstmalze.

Märzen ist weich, malzbetont, körperreich, kräftig, süffig. Der Brauprozess erfolgt oft unter Verwendung von Spezialmalzen; es kommt zu einer geringeren Vergärung als beispielsweise beim Pils.

Text: Kim-Jule Gerst